So. Jetzt aber. Da hat uns Chikinki im Frühjahr ganz schön hängen lassen, als sie das schon fest terminierte Eröffnungskonzert im Eden einfach kurzfristig wieder abgesagt haben. Die ganze Vorfreude umsonst. Dafür jetzt im zweiten Anlauf mit ihrem neuen Album "Brace, Brace" im Gepäck umso attraktiver. Die Milchbübchen aus London haben 2005 mit "Lick Your Ticket" einen kleinen Geniestreich erschaffen und Glam-Electro-Krautrock vom feinster abgeliefert. Mouse On Mars trifft Gomez und Pink Floyd. So eine altkluge Musik muss ja zwangsläufig von Jugendlichen stammen. Denn da, wo sich die Originale verzetteln, überzeugen die Londoner mit Unbekümmertheit und ungewöhnlichen Lösungen. Chikinki machen zerfetzten Indie oder auch: ganz große, aufgewühlte Popkunst. Jenseits der Klischees und voll ästhetischer Klasse. Das Quintett bringt mit Gitarre, Live-Basscomputer, Keyboardburg, krachendem Drumkit und dem nerdig-sympatischen Frontmann Rupert Browne Feuer unters Clubdach. Aber wer sich auf eine Kopie des Erstwerkes freut, der muss enttäuscht werden, denn in aktuellen Interviews ist ein musikalischer Richtungswechsel angekündigt: "Die Leute haben immer wieder versucht, uns in diese angesagte Fashion-Dance Schublade zu stecken, aber wir werden dort einfach nicht reinpassen", bekräftigt Sänger Rupert. "Mit der letzten Platte versuchten wir ein Schritt in die Zukunft zu gehen, etwas zu tun, was vorher noch nie da war. Dieses Mal sind wir eher von klassischen Songwritern inspiriert gewesen: Bacharach, The Kinks, Brian Wilson. Wir haben eine Menge Motown-Kram und diese 3-Minuten-Pop-Songs gehört." Klingt super, her damit.

Einlass: 20:30 Uhr
Beginn: 22:30 Uhr