

Seit vergangenem Mai wird jedenorts über diese Band gesprochen. Manchmal mag man das ganze Geschrei um die nächste, aufregend neue und anders tickende Band gar nicht mehr hören. Zu oft entpuppt sich der Hype nämlich als absolut unspektakulär. Hier betritt nun eine Band die deutsche Musikszene, die allein durch die unbändige Energie und Dynamik, die ihre Musik ausstrahlt, gar keine der üblichen Superlativen nötig hat. Die Rede ist von den FOTOS, die seit dem Obstwiesenfestival letzten Sommer auch in unseren Breitengraden angekommen sein sollten. Ihr Debüt steht seit September in den Läden und inzwischenzeit in jeder solid sortierten Indie-Plattensammlung. Und das ganz klar zu recht! FOTOS machen lärmigen, tanzbaren Rock mit deutschen Texten wobei sie damit aber gar nicht mal so deutsch klingen. Man muss schon lange zurückgehen, um ein Debütalbum einer deutschsprachigen Band zu finden, das ähnlich gut funktioniert hat. Namen wie Blumfeld, Die Sterne oder Fehlfarben fallen einem da ein, ohne das die Fotos es in ihren Songs sich bei diesen Säulenheiligen der deutschen Musikgeschichte über Gebühr zu bedienen. Diese Band geht ihren eigenen Weg und klingt dabei doch seltsam vertraut. Statt falsch verstandener persönlicher Eitelkeiten wird hier mit beeindruckender Offenheit über die Peinlichkeiten des Alltags gesprochen und gesungen. Die leidenschaftliche Verzweiflung, die bei Stücken wie "Komm zurück" oder "Ich bin für dich Da" anklingt, ist geschätzte tausend Kilometer von jeder Berechenbarkeit entfernt. Manche Platten helfen einem tatsächlich dabei, sein Leben besser zu meistern. Das Debüt der Fotos zählt definitiv zu dieser raren Spezies.