Mal abgesehen von dem perfekten Namen für eine Gruppe ernsthafter Ironiker (kann man Rock'n'Roll noch weiter auf Exotika, Sex und Gewalt reduzieren?) ist es Tokyo Sex Destruction sehr ernst mir ihrer Liebe für die Musik und radikale Politik der 60's. Auf dem 2004er Album Black Noise is the New Sound! wurden die Regler auf maximale Lautstärke gedreht und eine explosive Mischung aus R&B, Punk und Soul in halsbrecherischem Tempo angerührt. Während aber die Fans ihrer MC 5/Sonics Dichotomie noch mit offenen Mündern dastehen, erfinden sich Tokyo Sex Destruction mit 5th Avenue South bereits neu und offenbaren uns ihre Reife und Vielschichtigkeit. Neben den treibenden Rhythmen und eingängigen Akkorden von Songs wie One More Sunday und Prisoner Of Our Ideas und der ursprünglichen Liebe der Band für Soul werden neue Elemente der Popmusik der 60's und 70's in ihren Sound integriert: die eingängigen wie auch die psychedelischen Seiten von Hendrix ebenso wie der Animals und Kinks Unterton, der dem ganzen eine kräftige Portion Melodie verpasst. Die Stimme von Sänger RJ Sinclair passt perfekt zu dem "neuen Sound". Man spürt, wie der Schweiß von seinen Lippen sprüht während er Fuck You schreit. Und zur gleichen Zeit lernen wir eine intimere Seite in Songs wie LUV is the Feeling oder dem semi-akustischen Good Morning, geleitet von einer scheinenden Sitar über einer akustischen Gitarre, kennen. Got it? Tokyo Sex Destruction werden über ihren zweiten Vornamen definiert. Diesmal begleitet durch ein Orchester von Percussions, Händeklatschen, Orgeln, Background Sängerinnen und den Bläsern fällt es dann leicht, sich den "lock up your daugthers" Hüftschwung, den Rock'n'Roller wie Elvis und Mick Jagger perfektioniert haben, vorzustellen: Die Band ist purer Sex! Sowohl ihr Sound als auch ihre Bühnenpräsenz!